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Zukunftsperspektiven für Mädchen und junge Frauen
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Zukunftsperspektiven für Mädchen und junge Frauen

Mädchen und junge Frauen in Tansania wissen oft nicht, wie sie sich vor einer ungewollten Schwangerschaft oder sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können. Da sie die Gesellschaft finanziell, sozial und rechtlich benachteiligt, kennen viele ihre Rechte nicht. Unsere Partnerorganisation Ebli unterstützt Mädchen und junge Frauen dabei, einen selbstbestimmten Zugang zu ihrer eigenen Sexualität und zu ihrem Körper zu finden. Gemeinsam werden ökonomische Perspektiven ausgearbeitet, damit die Mädchen nicht in falsche Abhängigkeiten geraten.

Tansania hat eine der weltweit höchsten Raten an Frühschwangerschaften. Rund 25% der tansanischen Mädchen werden vor ihrem 18. Altersjahr schwanger. Die Mädchen werden weder von ihren Eltern noch in der Schule aufgeklärt, kennen die Gefahren von ungeschütztem Geschlechts-
verkehr kaum und haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln.

Notlage wird ausgenutzt
Damit Mädchen und junge Frauen ihre Grundbedürfnisse decken können, gehen viele in der Not sexuelle Beziehungen mit älteren Männern ein, die ihnen finanzielle Versprechungen machen oder vermeintliche Sicherheit bieten. Viel zu oft kommt es aber vor, dass diese Männer nur ein sexuelles Interesse haben. Im Falle einer Schwangerschaft werden die jungen Frauen im Stich gelassen. Die Notsituation, die Machtlosigkeit und die Hoffnungen der jungen Frauen werden schamlos ausgenutzt. Umso wichtiger wäre es, dass die Mädchen und jungen Frauen Zugang zu Wissen haben. Innerhalb des tansanischen Ausbildungs- und Schulsystems hat Sexual- und Gesundheitsbildung keinen Platz. Häufig verfügen nicht einmal die Lehrpersonen über das entsprechende Wissen.

Gesundheit und Sexualität an Schulen thematisieren
Ebli hat ein Interventions- und Präventionsprogramm für Schulen entwickelt. In einem partizipativen Prozess ermutigt das Projekt-Team von Ebli die Schülerinnen, sich mit Themen wie reproduktiver Gesundheit und Frühschwangerschaft auseinanderzusetzen. Dabei werden sowohl biologische als auch sozio-ökonomische Faktoren thematisiert sowie eigene Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Die Mädchen und jungen Frauen werden sich der Risiken bewusst und lernen ihre Rechte und Handlungsmöglichkeiten kennen. Pro Jahr konnten auf diese Weise bisher 5000 Jugendliche sensibilisiert und gestärkt werden.

Wissen macht stark
Ebli ist eine junge, dynamische Nichtregierungsorganisation, die als Konsequenz auf die zunehmende Zahl an Frühschwangerschaften gegründet wurde. Das Projekt-Team von Ebli besteht aus kompetenten und qualifizierten Fachpersonen mit juristischem und ökonomischem Fachwissen sowie mit Erfahrung in der Jugendarbeit und -beratung. Ebli arbeitet daran, dass an den Schulen durch Wissensvermittlung die Schwangerschaftsrate unter den Schülerinnen reduziert werden kann, aber auch dass schwangere Mädchen und junge Mütter weiterhin die Schule besuchen und abschliessen können. (2013)

Weitere Informationen:

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